AKTUELLE LAGE
ERFORSCHUNG DES EISENSTOFFWECHSELS
In der Praxis muss man zur Erforschung des Eisenstoffwechsels das Serumeisen, Ferritin und die Transferrinsättigung bestimmen. Das Ergebnis dieser Messungen sollte immer in Zusammenhang mit den Resultaten der hämatologischen Untersuchungen interprätiert werden. Die Diagnosestellung ist manchmal schwierig, wenn eine Anämie (niedriges Ferritin) gemeinsam mit einem Entzündungszustand (hohes Ferritin) auftritt. In diesen Fällen erlaubt die Dosierung von eisenassozierten Proteinen, die mit dem Eisen in Zusammenhang stehen, eine Unterscheidung der verschiedenen Erkrankungen.
Ein Serumferritinwert von <15?g/l weist immer auf einen Eisenmangel hin, mit oder ohne Anämie. Hingegen können Ferritinewerte > 400?g/l verschiedene Ursachen haben:
- Primäre Hämochromatose : genetischer Defekt zur Regulierung des
Eisen-stoffwechsels;
- Sekundäre Hämochro-matose : Ferritinerhöhung auf Grund von
Eisenüber-ladung (Thalassemie, Porphyria cutanea tarda, Leberzyrrhose);
- Entzündungen.
So kann trotz Eisenmangel der Ferritinspiegel bei Entzündungen, Infektionen und chronischen Krankheiten erhöht sein. In solchen Fällen schlägt unser Labor das "Eisenprofil" vor, welches die Bestimmung wichtiger Proteine des Eisenstoffwechsels sowie die eines Entzündungs-anzeigenden Faktors beinhaltet.(Ferritin, Transferrinsättigung, löslicher Transferrin-Rezeptor und Orosomucoid). Die Interprätation dieses Profils finden Sie in Tabelle 1.
Das Serumferritin spiegelt den Zustand der Eisenreserve des ganzen Körpers
wider.
Transferrin bindet und transportiert Eisen. Die Errechnung der Transferrin-sättigung
hat grosse Bedeutung (3.98*Eisen (mmol/l)/Transferrin (g/l)), da im Falle eines
Eisenmangels die Trans-ferrinsynthese erhöht und die Sättigung tief
ist. Hingegen senkt sich das Transferrin bei Entzündungen und die Sättigung
ist normal.
Der Transferrinrezeptor ist ein transmembranes Protein an der Oberfläche
der Erythrozyten. Nach Verbindung mit dem Transferrin tritt eine freie Form
des Rezeptors auf, den man auch als löslicher Rezeptor (sRTF) bezeichnet.
Diese lösliche Form ist proportional der Gesamtmenge von Transferrin im
Körper.
Bei Eisenmangel sowie bei Zunahme des erythro-poetischen Gewebes erhöht
sich der Serumspiegel von sTRF, was die Unterscheindung einer Anämie hervorgerufen
durch entzündliche Prozesse von einer echten Eisenmangelanämie erlaubt.
Orosomucoide ist ein Glycoprotein,das in der Leber produziert wird. Eine Erhöhung dieses Parameters wird bei einer Entzündung beobachtet. Die Erhöhung des Orosomucoides erfolgt 24 Stunden nach der Erhöhung von CRP:
Die Proteindosierung "Eisen-profil" wird Ihnen jedesmal vorgeschlagen, wenn das Ferritin hoch ist oder bei Verdacht auf Anaemie mit Entzündung. Wir hoffen somit die Diagnosestellung bei Eisenmangel zu verbessern.
| Fer | Ferritine | Saturation TRF | sRTF | Oroso- mucoide |
|
| micromol/l | microg/l | % | mg/l | g/l | |
| Normal | |||||
| Hommes | 13-20 | 30-400 | 16-45 | 1.11-1.97 | 0.52-1.25 |
| Femmes | 9- 16 | 15-150 | 16-45 | 1.11-1.97 | 0.48-098 |
| Femmes pot-ménopause | 7-27 | 30-400 | 16-45 | 1.11-1.97 | |
| Maladie chronique, Inflammation |
Bas Normal |
Elevée | 16-50 | 0.20-3.00 | Elevé |
| Combinaison carence et inflammation |
Bas Normal |
Elevée Normale |
<50 | Elevé | Elevé |
REFERENZEN
Glenn Van den Bosch et al.
Determination of Iron Metabolism-related Reference Values in a Healthy Adult
Population
Clinical Chemistry 2001 47: 1465-1467
Chua E et al.
Serum transferrin receptor assay in iron deficiency anaemia and anaemia of chronic
disease in the elderly.
QJM 1999 92: 587-94
Jean Allen et al.
Measurement of soluble transferrin receptor in serum of healthy adults
Clinical Chemistry 1998; 44: 35-39
Alan E. Mast, et al.
Clinical utility of the soluble transferrin receptor and comparison with serum
ferritin in several populations
Clin Chem 1998 44: 45-51
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